Mein persönliches Manifest

1. Mein eigener Frieden verpflichtet mich dazu Unfrieden zu stiften.

2. Oft wird die Wahrheit von Menschen als Provokation empfunden.

3. Im Umkehrschluss, ist Provokation aber keine Wahrheit.

4. Mein Schreiben ist ein Ankämpfen gegen eine viel größere Ohnmacht.

5. Mein Handeln in der Welt empfinde ich als permanente Niederlage.

6. Ich habe mich trotzdem entschieden als handelnder Mensch in dieser Welt zu agieren.

7. Ich weiß, dass ich mich damit angreifbar mache, aber ich sehe keine andere Möglichkeit.

8. Ich will nicht neutral, harsch oder gefallsüchtig sein. Ich will freundlich sein und dabei sagen was ich denke.

9. Ich habe eine Verpflichtung meinem Talent gegenüber.

10. Ich habe mich innerlich verpflichtet meine Begabung für die Kunst und den nie aufhörenden Kampf um die Definition des Menschseins einzusetzen.

11. Ich werde nie aufhören an das Gute im Menschen zu glauben.

12. Ich kann mich nicht mit banalen Kämpfen aufhalten.

13. Ich suche bestmögliche Schaffensumstände für meine Tätigkeiten. Dazu gehören Kollegen, Freiheit, Freunde, Systeme, Reichweite und Mittel.

14. Ich treffe Entscheidungen, um Handlungsspielräume zu gewinnen.

15. Ich habe sehr viel Mut in mir, aber mit dem Wort Mut kann ich nichts anfangen.

16. Ich nenne es Vertrauen, Größenwahn oder Naivität.

17. Ich lebe mit dem Wissen, dass ich nie eine Aufgabe komplett erfüllen kann, weil ich immer erst hineinwachsen muss. Alle anderen Aufgaben erfüllen mich nicht.

18. Ich habe riesige Angst vor Wiederholung.

19. Ich kann nicht lügen, weil ich dann nachts nicht schlafen kann.

20. Ich fühle mich einer Sache verpflichtet, die ich selber nicht klar benennen kann.

21. Ich bin bereit Unsicherheit zu zelebrieren.

22. Ich bin immer wieder überrascht wie frei ich wirklich bin und sein muss.

23. Ich kann Verantwortung für die Kunst übernehmen. In allen anderen Bereichen tue ich mir schwer.

24. Ich bin bereit mein Leben lang zu wachsen und innere Strukturen immer wieder neu aufzubrechen, egal wie schmerzlich oder einsam das sein mag.

25. Ich glaube, dass ich mich noch mehr in die Unsichtbare Welt begeben muss.

26. Ich halte mich für sehr normal, weil ich die Diskrepanz zwischen meinem Wahnsinn und meinem Funktionieren in der Welt kenne.

27. Ich merke, dass ich immer mehr Macht entwickle.

28. Ich liebe Menschen die sich in nicht vorgefertigten Bahnen bewegen. Bei Planeten ist das etwas anderes.

29. Ich fürchte mich vor Menschen die Macht und Stereotypen reproduzieren.

30. Ich befürchte, dass uns unser Intellekt wirklich vor gar nichts schützt.

31. Ich glaube, dass in der Meditation eine große Kraft liegt, die wir im Zwischenmenschlichen viel öfter einsetzen sollten.

32. Ich habe nie verstanden was Glück bedeutet, aber wenn ich schreibe, nähere ich mich diesem Gefühl an.

33. Ich glaube, dass man die Sehnsucht nach Anerkennung nur überwinden kann, wenn man sie hat.

34. Ich verehre die Liebe als große Kraft, aber wir zwängen sie immer wieder in Formen, vor denen sie fliehen muss.

35. Ich kämpfe.

..und das LEBEN nahm Seinen LAUF

Leonie Pichler wurde 1984 als Petra Leonore Pichler in Oberschweinbach geboren. Sie hat viele Sprachen gelernt, bevor sie ihre eigene fand. Bis 2011 studierte sie Philosophie, Theater und Literatur in Deutschland, Frankreich und Amerika. 

 

Mittlerweile arbeitet sie als Autorin und Regisseurin hauptsächlich in Deutschland, Dänemark und Europa. Seit Ende 2017 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und reist von Engagement zu Engagement. Sie sucht Herausforderungen im Denken, Schreiben und Handeln.  

 

Als Repräsentantin einer modernen, authentischen und internationalen Theatersprache wurde sie bereits zu Regie-Treffen nach New York, Chicago und Toronto eingeladen. 

 

Nach ihren Studienjahren gründete sie 2011 ihr eigenes, multimediales und radikal modernes Theater Ensemble BLUESPOTS PRODUCTIONS. 

 

Theater ist für sie kein Gebäude, sondern eine innere Haltung. Theater soll Werte, Lebensmodelle, Ansichten, Menschen und Politik stets hinterfragen, auf die Probe stellen und neue Wege aufzeigen. Sie inszeniert gerne an ungewöhnlichen Orten und unter Einsatz von neuen Medien. “Ein freies und unabhängiges Ensemble ist wie der schönste Experimentierraum. Mehr Ideen als Geld, mehr Freiheit als Verträge und mehr Liebe als Gewerkschaften bieten den besten Rahmen, um Größenwahnsinn auszuprobieren,” so Leonie.  

 

2014 wurde ihr Ensemble von der Bundesregierung als Kreativpiloten ausgezeichnet und zählt damit zu den 33 besten Start-ups der Kreativwirtschaft in ganz Deutschland. 

 

Leonie Pichler ist eine beliebte Impuls-Rednerin und wurde schon zur Republica, D.Con, Next Level und vielen weiteren Veranstaltungen bundesweit eingeladen. Sie versteht es auch ihre besondere Art zu Denken und zu Handeln als kreative Unternehmensberaterin zu vermitteln. 

 

Seit 2018 arbeitet sie zusätzlich als Dozentin an der staatlichen Schauspielschule in Dänemark. 

 

Ihre Arbeiten werden immer wieder gelobt und gefeiert. Für ihr dänisches Stück DIE SVENDBORGER GEDICHTE (2017) wurde sie für den höchsten dänischen Theaterpreis nominiert. Für ihre WINTERREISE und BRECHT HIGH 3 wurde sie mit dem Medienpreis der Stadt Augsburg ausgezeichnet.